Frauen und Altersvorsorge
Sie leiden eher als Männer unter finanziellen Engpässen

„Wie kann ich meinen Ruhestand finanziell absichern?“ Besorgt stellen sich viele Frauen diese Frage. Denn sie leiden eher als Männer unter finanziellen Engpässen. Dies ist das Ergebnis der Studie „Altersvorsorge von Frauen II“ des Deutschen Instituts für Altersvorsorge (DIA). Mehr als die Hälfte der befragten Frauen (54 Prozent) sieht die Notwendigkeit, mehr für die Altersvorsorge zu tun.

Frauen müssen den Spagat zwischen Familie und Beruf öfter bewältigen als Männer. Das Rollenverständnis hat sich zwar gewandelt, aber nach wie vor sind es vor allem die Mütter, die den Beruf zugunsten der Kindererziehung an den Nagel hängen. Frauen müssen sich also mit der Frage privater Vorsorge besonders auseinandersetzen und ihre Zukunft frühzeitig strategisch planen.

Nachteiele werden nicht immer ausgeglichen

Nach Angaben des DIA werden rund 85 Prozent aller Teilzeitjobs von Frauen erledigt. Von allen berufstätigen Frauen arbeiten 38 Prozent in Teilzeit. Zwar sind sie in solchen regulären Beschäftigungsverhältnissen gesetzlich versichert, und bei der Berechnung der gesetzlichen Rente zählen die Zeiten des Mutterschutzes als Anrechnungszeiten mit. Zudem sind Kindererziehungszeiten Pflichtversicherungszeiten in der gesetzlichen Rentenversicherung. Das gleicht jedoch viele Nachteile nicht aus. Frauen verdienen in den Teilzeit und Aushilfsjobs recht wenig. Das mindert die Zahlungen aus der gesetzlichen Altersversorgung.
Die Studie sagt voraus, dass 75 Prozent aller Frauen im Alter von 30 bis 59 Jahren nicht genügend Geld zur Verfügung haben werden, um ihren Lebensstandard im Rentenalter zu halten. Auffallend sei dabei, dass jüngere Frauen (30 bis 39 Jahre) „keine Lust haben, sich heute schon um ihre Altersversorgung zu kümmern“. Diese Haltung steht in starkem Kontrast zu den Notwendigkeiten. Denn Frauen benötigen auf Grund ihrer längeren Lebenserwartung im Durchschnitt sogar noch ein höheres Kapitalvermögen als Männer, um im Alter versorgt zu sein. Das sind nicht gerade Mut machende Nachrichten. Davon sollten Frauen sich keinesfalls entmutigen lassen, meint Heide Härtel-Herrmann, Inhaberin des Kölner Frauenfinanzdienstes. Im Gegensatz zu Männern seien Frauen beständiger, hat die Finanzberaterin beobachtet: „Haben sie sich einmal für eine Geldanlage entschieden, bleiben sie vielfach dabei.“
Sie würden oft für ihre Entscheidung länger brauchen als Männer, „weil sie immer wieder prüfen, überlegen, aufschieben“. Männer dagegen würden „gern hin- und her springen, wollen hier ein Schnäppchen machen und da Gebühren sparen“. Das schade aber unter Umständen der Rendite. „Frauen sollten das Thema konsequent und weniger zögerlich angehen“, meint die Beraterin, „je früher sie verbindlich für später sparen, desto besser.“