Wie sicher ist die Rente wirklich?
Prognosen und Berechnungen
 

Früher war alles ganz einfach: Wer sein Leben lang fleißig in die Rentenkasse einbezahlte, konnte seinen Ruhestand genießen. Jetzt ist Eigeninitiative gefragt.

Nicole ist sauer. 624 Euro brutto verdient die Auszubildende im Monat. 60,84 Euro soll sie davon in die Rentenversicherung einbezahlen. Und dann liest sie, dass sie später von der gesetzlichen Rente nicht viel zu erwarten hat. „Die Rente ist doch gar nicht mehr sicher“, sagt Nicole. Da ist die 19-Jährige nicht die Einzige. „Das Vertrauen der Bundesbürger in die gesetzliche Rentenversicherung nimmt ab“, stellt das Deutsche Institut für Altersvorsorge (DIA) fest. Laut Umfrage bezweifeln 81 Prozent der Deutschen, dass die Renten in Zukunft gesichert sind.
Aktuelle Prognosen geben diesen Befürchtungen Nahrung: Die Menschen werdenimmer älter, die Zahl der Geburten geht zurück. Im Jahr 2050 werden in Deutschland im ungüstigen Fall nur noch 68 Millionen Einwohner leben und damit weniger Erwerbstätige als Rentner und Kinder. Das hat das Statistische Bundesamt in seiner zehnten Bevölkerungs-Vorausberechnung herausgefunden.
Dieser demographische Wandel gefährdet die Finanzierung der gesetzlichen Rentenversicherung. Denn das System funktioniert nach den Regeln des so genannten Generationenvertrages: Die Rentenbeiträge der Erwerbstätigen werden gleich wieder ausgezahlt – an die jetzigen Rentnergeneration. Wer heute arbeitet, soll als Ruheständler die Rentenbeiträge der Jungen bekommen.
Zurzeit funktioniert das gerade noch: Zwei Beitragszahler finanzieren einen Rentner. In vierzig Jahren kann sich nach Schätzungen des DIA jeder Ruheständler nur noch auf die Beiträge eines einzigen Zahlers verlassen. Das weiß die Politik schon lange. Durch den „Nachhaltigkeitsfaktor“ soll nun die Rente gerettet werden. Das heißt im Klartext: Das Rentenniveau sinkt. Die Lücke muss jeder selbst stopfen. Doch was tun? Es gibt viele Wege, die Versorgungslücke zu stopfen: private Rentenversicherungen, Betriebsrente, Immobilien, Sparpläne, Aktien. Das weiß auch Nicole. Je eher sie anfängt, desto weniger Sorgen wird sie sich am Ende machen müssen.