Das
Loch im Renten-Einkommen
So viel wie der Eckrentner bekommt keiner, und selbst der muss sich
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Wer im Alter
nicht auf den gewohnten Lebensstandard verzichten will, kann sich auf
die gesetzliche Rente allein nicht verlassen. Prognosen gehen davon aus,
dass ein Rentenempfänger mit durchschnittlichem Einkommen, der 2030
in den Ruhestand geht, dann nur noch 58 Prozent statt heute 70 Prozent
des letzten Nettogehaltes als gesetzliche Rente erhält. Die tatsächliche
Rente liegt vermutlich sogar noch unter diesen Schätzwerten. Denn
der theoretisch angenommene Standard-Rentner, der so genannte Eckrentner,
hat 45 Lahre lang ein Durchschnittsgehalt verdient, war nicht arbeitslos
und geht erst mit 65 in den Ruhestand. Wer hat heutzutage eine solche
Biografie? Einige Experten gehen davon aus, dass jüngere Menschen
später einmal tatsächlich weniger als 40 Prozent ihrer letzten
Nettobezüge als Rente bekommen. Diese Differenz zwischen dem finanziellen
Bedarf im Ruhestand und dem Einkommen, das tatsächlich zur Verfügung
steht, können auch die geförderten Renten (Riester- oder Basis-Rente)
dann nicht mehr ausgleichen. Wie groß die Versorgungslücke
im Alter tatsächlich sein wird, kann heute mit Sicherheit niemand
voraussagen. Zu ungewiss ist die Entwicklung der staatlichen Altersrente
in der Zukunft. Selbst die Bundesversicherungsanstalt für Angestellte
(BfA) weiß es nicht und rechnet vorsichtshalber mit drei Werten:
einem Null-Wachstum, einer 1,5-prozentigen und einer 2,5-prozentigen Steigerung.
Je nach Grundannahmen über Inflations-, Lohn- und Rentenentwicklung
sind die Prognosen sehr unterschiedlich. Doch immer noch ist die gesetzliche
Rente hierzulande der wichtigste Baustein in Sachen Zukunftsplanung. In
Deutschland bezieht ein Rentner derzeit 85 Prozent seines Einkommens aus
öffentlichen Töpfen, ein Ruheständler in den USA dagegen
nur knapp 46 Prozent. In Sachen Rentenlücke drohen für alle
Bevölkerungsgruppen Gefahren: Wer nur wenige Versicherungsjahre hat,
wer von bescheidenen Einkünften leben muss und zeitweise ohne Beschäftigung
ist, bekommt weit weniger als der eingangs zitierte Standard-Rentner.
Doch auch die Bezieher höherer Einkommen müssen eine erhebliche
Versorgungslücke einkalkulieren, so lange sie sich nur auf die gesetzliche
Rente verlassen. Grund: Rentenbeiträge werden ja nur bis zur Bemessungsgrenze
gezahlt. Diese liegt 2004 in den alten Bundesländern bei 61.800 Euro
pro Jahr, in den neuen Ländern bei 52.200 Euro. Wenn das tatsächliche
Einkommen darüber liegt, wachsen die Rentenansprüche nicht entsprechend
mit.
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